Woche 4 im Kloster Einsiedeln

 Grüss Gott Liebe Leserinen und Leser 


Die vierte Woche im Kloster war geprägt von grosser Hitze, viel Gartenarbeit und vielen kleinen Arbeiten, die zwischendurch erledigt werden mussten. Trotz der hohen Temperaturen war es eine erfüllende Woche, und ich spüre immer mehr, wie sehr mich der klösterliche Alltag bereichert.

Besonders gefällt mir weiterhin das Stundengebet. Bruder Klemens hat uns diese Woche noch detaillierter erklärt, wie wir uns in den verschiedenen Gebetsbüchern zurechtfinden können. Sein Ziel ist es, dass wir uns möglichst selbstständig auf die Gebetszeiten vorbereiten können. Ich schätze diese Einführung sehr, denn das gemeinsame Gebet gibt dem Tag Struktur, Ruhe und eine besondere Tiefe.

Diese Woche brachte auch viele wunderbare Tierbegegnungen mit sich , fast wie bei Franz von Assisi. Ich fühle mich in der Gegenwart von Tieren sehr wohl. Ob die Klosterkatze Heidi, die Fische im Teich, Molche und andere Lurche, die vielen Vögel wie Mauersegler und Raben oder die Pferde , jedes Tier bringt seine eigene Freude mit sich. 

Besonders der liebe Da Vinci, eines der Pferde, ist mir sehr ans Herz gewachsen. Zu ihm habe ich in kurzer Zeit eine starke Bindung aufgebaut. Solche Begegnungen erfüllen mich mit Dankbarkeit und schenken mir innere Ruhe.

Ebenso schön sind die Gespräche mit den Mitbrüdern, mit den Gästen des Klosters und natürlich mit Samuele. Sehr bereichernd war auch ein Spaziergang mit Pater Benedict, bei dem wir uns in Ruhe austauschen konnten.


Eine besondere Freude war der Nachwuchs im Stall: Zwei kleine Fohlen wurden geboren. Es ist immer wieder ein Wunder, neues Leben zu sehen.


Auch einige kleine Rettungsaktionen prägten diese Woche. Samuele und ich entdeckten einen Molch, der sich auf der Wiese befand und vom Rasenmäher gefährdet war. Gemeinsam brachten wir ihn an einen sicheren Ort. Gegen Ende der Woche rettete Pater Philip einen kleinen, überhitzten Mauersegler. Zusammen kühlten wir ihn vorsichtig ab und gaben ihm etwas Wasser. Nach einer Weile flog er wieder in die Freiheit. Dieser Moment war besonders schön und berührend.


Die Woche endete nicht ohne Naturschauspiel: Ein grosses Gewitter mit starkem Wind zog über das Kloster hinweg. Nach der drückenden Hitze wirkte der Regen fast wie eine Befreiung.


Ein weiteres Highlight war ein wunderbares Konzert mit Musik aus dem Spätmittelalter und der Renaissance, gespielt auf historischen Instrumenten. Die Musik hat mir sehr gutgetan. Für mich ist Musik immer etwas Heilsames und Beruhigendes; sie spricht das Herz auf eine Weise an, die Worte oft nicht erreichen.


Am Wochenende fand schliesslich die grosse Tamilen-Wallfahrt in der Klosterkirche statt. Die vielen Menschen und die farbenprächtigen, bunten Gewänder waren wunderschön anzusehen und verliehen dem Kloster eine ganz besondere Atmosphäre.


Diese vierte Woche hat mir erneut gezeigt, wie viel Freude in den kleinen Dingen steckt: in der Natur, in den Tieren, in den Begegnungen mit Menschen, in der Musik und im gemeinsamen Gebet. Ich bin dankbar für diese Zeit und fühle mich hier weiterhin sehr, sehr wohl. 

Das folgende Gebet ist im verlauf dieser Woche entstanden:

Herr, schenke mir die Augen des Heiligen Franziskus, damit ich in jedem Tier und deiner Schöpfung die Zeichen deiner Liebe erkenne. Ich danke dir für alle Tiere, die Freude und Trost in unser Leben bringen. Lehre mich, deine Schöpfung mit Liebe, Ehrfurcht und Achtsamkeit zu bewahren, damit mein Herz dir immer näherkommt.

Amen.🙏✝️

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