Woche 1 im Kloster Einsiedeln

Liebe Leserinnen und Leser


Mein Name ist Reto Odermatt, ich bin 26 Jahre alt und komme aus dem schönen Kanton Nidwalden.

Schön, dass ihr euch die Zeit nehmt, meinen Blog zu lesen. In diesem Blog berichte ich über meine sechsmonatige Zeit im Kloster Einsiedeln. Der Grund für diesen besonderen Weg ist, bewusst Zeit mit Gott zu verbringen, meinen Glauben zu vertiefen und meine persönliche Berufung zu finden.


Ich freue mich, euch auf dieser Reise mitzunehmen. Meine Klosterzeit begann am Pfingstfest. Der Abschied von meiner Familie war ein besonderer Moment. Natürlich war da auch etwas Nervosität, denn ein neuer Lebensabschnitt lag vor mir. Doch je näher ich dem Kloster kam, desto mehr verschwand die Anspannung. An ihre Stelle trat Freude und eine tiefe innere Ruhe. Es fühlte sich an, als würde ich genau dort ankommen, wo ich in diesem Augenblick sein sollte.

Nach meiner Ankunft bezog ich mein Zimmer und richtete mich ein. Die ersten Stunden dienten dem Ankommen und Eingewöhnen. Schon bald begann ich, die besondere Atmosphäre des Klosters wahrzunehmen. Die alten Mauern, die Stille und die gelebte Tradition vermitteln ein Gefühl von Beständigkeit Sicherheit und Frieden.


Der Pfingstmontag begann früh mit einem kurzen persönlichen Gebet bei der Schwarzen Madonna in der Kloster Kirche. Dieser erste Morgen war für mich ein schöner Auftakt meiner Klosterzeit. Die Ruhe der Kirche und das Gebet am Gnadenbild der Muttergottes hinterliessen einen ganz besonderen Eindruck.


Später erhielt ich Besuch von zwei guten Freunden, die ich bei einem Wochenendanlass für Kloster-Interessierte  kennengelernt hatte. Die Wiedersehensfreude war gross. Wir verbrachten einige schöne Stunden miteinander, führten gute Gespräche und sie gaben mir Geschenke sowie interessante Bücher. Solche Begegnungen sind in einer neuen Umgebung besonders wertvoll. Danke viel mal !

Für viel Freude sorgte auch die KlosterkatzeHeidi. Sie ist das einzige weibliche Wesen innerhalb der Klausur und scheint sich ihrer besonderen Rolle durchaus bewusst zu sein. Mit ihrer verspielten und zugleich zutraulichen Art begleitete sie mich immer wieder durch den Tag und sorgte für manchen lach Moment.

In den ersten Tagen durfte ich zudem das Kloster und seine zahlreichen Räume, Gänge und Winkel entdecken. Oft hatte ich das Gefühl, durch ein lebendiges Geschichtsbuch zu gehen. Hinter jeder Tür verbirgt sich ein Stück Vergangenheit, das bis heute weiterlebt.


Jeden Morgen fanden verschiedene Einführungslektionen mit mehreren Mitbrüdern der Gemeinschaft statt. Dabei erhielt ich einen umfassenden Einblick in das Kloster Leben und die Benediktinische Spiritualität. Die Themen waren vielfältig: Chorgebet, Psalmen, liturgische Texte, Lectio Divina, persönliches Gebet, Eucharistie, Sakramente sowie die Tradition des gregorianischen Chorals. Diese Lektionen halfen mir, den Tagesrhythmus des Klosters besser zu verstehen und die spirituellen Grundlagen des Mönchslebens kennenzulernen.



Die Nachmittage standen ganz im Zeichen der praktischen Arbeit. Gemeinsam mit Samuele (auch Klosterzeitler) war ich im Garten tätig. Zu den Aufgaben gehörten das Abflammen von Unkraut auf dem Klosterplatz sowie verschiedene weitere Gartenarbeiten. Die körperliche Arbeit bildete einen guten Ausgleich zu den geistlichen Impulsen des Vormittags und machte deutlich, wie eng Gebet und Arbeit im benediktinischen Leben miteinander verbunden sind.

Ein besonders spannender Moment ereignete sich während der Arbeiten rund um den neu angelegten Rosenkranzgarten. Nach einer morgendlichen Lektion kamen wir an der Baustelle vorbei und entdeckten dort alte menschliche Knochenreste. Dieser Fund machte die lange Geschichte des Klosters auf eindrückliche Weise sichtbar. Plötzlich wurde deutlich, wie viele Generationen von Menschen an diesem Ort gelebt, gearbeitet und gebetet haben.



Je länger ich mich hier aufhalte, desto häufiger habe ich das Gefühl, mich in einem riesigen Katholischen Museum zu befinden. Überall begegnet man Kunstwerken, historischen Gegenständen, alten Mauern und jahrhundertealten Traditionen. Doch anders als in einem Museum ist hier alles lebendig. Die Geschichte wird nicht nur bewahrt, sondern täglich weitergeführt und gelebt.


So ging meine erste Woche im Kloster schnell vorüber. Sie war geprägt von neuen Eindrücken, interessanten Begegnungen, geistlichen Erfahrungen und praktischer Arbeit. So wie das ankleiden der schwarzen Madonna.

Das Highlight der Woche für mich war ganz klar der Besuch von Kardinal Kurt Koch und dem Indischen Grosserzbischof der begleitet wurde von einem weiteren Bischof. Am Samstag war nämlich eine grosse Indische Wahlfart in der Kloster Kirche.


Am Sonntag war eine gross Messe von der Kirche in Not wo der Kardinal Kurt Koch zelebriert hatte. 


All das war sehr beeindruckend für mich.Wunderschön war auch das Kardinal KurtKoch in mein Gebetsbuch eine Segens Botschaft schrieb. Fals sie den Blog lesen danke ich Ihnen Eminenz von Herzen für die spannenden Gespräche und Ihren Segen, stets im Gebet verbunden🙏.

Aus anfänglicher Nervosität wurde Freude, aus Neugier wurde Staunen. Ich bin gespannt, welche Erfahrungen die kommenden Wochen für mich bereithalten. Ich wünsche allen Leserinnen und Lesern Gottesreichen segen. 

Möge Gott dich behüten 🙏 ✝️ 👋😊




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