Woche 6 im Kloster Einsiedeln
Liebe Leserinen und Leser meines Kloster Bloggs,
Die Woche begann mit dem Hochfest der Apostelfürsten Petrus und Paulus. Die Kirche ehrt an diesem Tag zwei große Säulen des Glaubens: Petrus, den Felsen, auf den Christus seine Kirche gebaut hat, und Paulus, den unermüdlichen Missionar, der das Evangelium bis in die fernsten Länder trug. Beide gaben schließlich ihr Leben für Christus und erinnern uns daran, mutig und treu unseren Glauben zu leben.
Der Altar im oberen Chor war zu diesem Fest wunderschön geschmückt und verlieh der feierlichen Liturgie einen ganz besonderen Glanz.
Auch im sogenannten Herrengarten zeigt sich Gottes Schöpfung in ihrer ganzen Schönheit. Alles steht in voller Blüte, besonders das Lavendelfeld erfüllt den Garten mit seinem herrlichen Duft. Immer wieder dürfen wir vom Gärtner Peter viel lernen. Mit seiner Geduld und seinem großen Wissen hilft er uns stets weiter, wenn wir Fragen haben oder etwas Neues lernen möchten.
Ich durfte verschiedene Stecklinge ziehen, damit die Pflanzen auch im kommenden Jahr weiterwachsen und gedeihen. Es ist ein schönes Gefühl, schon heute für die Zukunft sorgen zu dürfen.
Gemeinsam mit Beno Maria reinigten und ordneten wir die Sakristei der Gnadenkapelle. Alles wurde sorgfältig eingeräumt und vorbereitet. Es erfüllt mich mit Freude, an einem so besonderen Ort mithelfen zu dürfen.
Bei meinen abendlichen Spaziergängen staune ich immer wieder über die Schönheit und Würde des Klosters. Obwohl ich nun schon einige Wochen hier bin, überwältigt mich seine Pracht jeden Tag aufs Neue.
Nach der Vesper ergab sich ganz spontan eine schöne Begegnung. Ich lernte den kleinen Bruder unserer Ministrantin Rita kennen. Gemeinsam zu lachen, mit ihm zu spielen und zu beobachten, wie ein Kind Schritt für Schritt laufen lernt, war ein besonderer Moment voller Freude und Unbeschwertheit.
In dieser Woche fand auch die Zürcher Wallfahrt statt. Viele Pilgerinnen und Pilger kamen nach Einsiedeln, um gemeinsam zu beten und ihren Glauben zu bezeugen. Es war schön zu erleben, wie Menschen aus unterschiedlichen Orten als eine Gemeinschaft unterwegs sind.
Unsere Fische im neu eingerichteten Teich sind wohlauf und erkunden fleißig ihr neues Zuhause. Es freut mich sehr zu sehen, wie sich die viele Arbeit der vergangenen Wochen gelohnt hat.
Im Garten durfte ich Schafgarbe und Lavendel ernten und trocknen. Aus der Schafgarbe wird Tee entstehen, während der Lavendel später kleine Duftsäckchen füllen wird. Besonders berührt hat mich der Augenblick, als ich entdeckte, dass die erste Seerose ihre Blüte geöffnet hatte – ein stilles Zeichen dafür, wie Gott neues Leben wachsen lässt.
Mit jedem Tag im Kloster wächst in mir die Dankbarkeit. In der Liturgie, bei der Arbeit und in den kleinen Begegnungen des Alltags zeigt sich Gottes Gegenwart oft ganz leise – und doch umso tiefer.
Ich Freue mich auf die kommende Woche. Behüte euch der Herr !! Bis Bald😊
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